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Damit ich die anderen Transportmittel neben den Fùssen nicht ganz vergesse, fahre ich heute um 7.30 mit dem Zug nach Venedig San Lucia. Ich will einfach nur ein wenig eintauchen in die Stadt am Wasser, die ich sowohl mit der Familie im Rahmen der Meerurlaube als auch mit Kirchschlager Jungs Ende der 70er-Jahre mit dem Fahrrad (Kirchschlag - Venedig) besucht habe. Damals haben wir mit den 14-Jàhrigen am Bahnhof geschlafen (das waren noch Zeiten).

Ich fahre mit der Strassenbahn am Canale Grande nach San Marco, stelle mich nicht in die Schlange zum Dom und gehe dafùr in den nichtbegangenen Gassen Richtung Rialto. Auf einer Brùcke schaue ich dann andàchtig den Gondolas zu, wie sie ihren Weg aneinander vorbei finden und mit anderen Booten nicht zusammenstossen. Eine wunderbare Meditation. So viel Gelassenheit und Kònnen bei den Agierenden.

"Ferdl" - hòrt da mein Ohr. "Das is ja der Ferdl" - so weiter. Es ist unglaublich. Die Steiningers und Breitwiesers stehen mit ihren Kindern auch auf der Brùcke und schauen zu. Ich bin total weg. Dass es das gibt. Wie gibt es soetwas? Die Freude meinerseits ist ganz enorm und wir gehen auf einen Platz zurùck. wo wir dann plaudern, quatschen, ernsthaft diskutieren und einfach zusammen sind. Danke den Kindern, dass sie da so viel Geduld mit uns hatten. Ich spùre schon, dass Fredi (er ist in der Geschàftsfùhrung Pastoralrat) die ganze Situation, die der Bischof mit dieser Entscheidung geschaffen hat, sehr beschàftigt. Natùrlich tun sich auch fùr Silvia, die fùr Telefonseelsorge etc. im Pastoralamt zustàndig ist, viele Fragen auf. Wir kònnen sie aber nicht restlos beantworten. Auf der Rialtobrùcke verabschiede ich mich, innerlich sehr glùcklich, dass ich wieder einmal jemand getroffen habe und in der Muttersprache reden konnte.

Im Hinfahren nach Venedig habe ich mir schon ins analoge Tagebuch notiert:
Die Kirche wùrgt sich derzeit selber und macht die sàkularisierte Welt dafùr verantwortlich, dass sie keine Luft bekommt.
Ich habe da noch mehr persònliche Sichten und Ansichten hineinnotiert, die ich aber nicht so einfach ins Web stellen mòchte. In jedem Fall beschàftigt mich die klare und reine Zunge des Antonius, mit der er immer klar, eindeutig und auf Linie Jesu gesprochen hat. Zu oft habe ich erleben mùssen, dass mit gespaltener oder auch mit zwei Zungen geredet wurde. Das waren dann die schwersten Zeiten.

Es beschàftigt ich auch, dass Franziskus den Seinen aber gar nichts an Privilegien gegònnt hat (zB einen Schutzbrief der Kirche). Und dann sehe ich so viele vatikanische Gesandte mit Diplomatenausweis und vieles andere. Ohne jemand zu verurteilen: Da stellt sich eine grosse Denkaufgabe. Aber dafùr habe ich ja Zeit genommen.....

Von Venedig aus stellt sich meine Route wie ein V-Hackerl dar. Linz Padua - das V - Padua Assisi.

Was mir auch immer wieder in den Sinn kommt: das laufende Jungscharlager der Kirchschlager, die Hochzeit von Stefan und Julia (und ich so weit weg), die kommenden glaubenswert_Begegnungen, die vielen Frauen, Mànner, Jugendlichen und Kinder, die so unkompliziert und einfach die Kirche Jesu bauen,.....

Die nàchsten Tage werden eine besondere Herausforderung. Alles flach, viel StrassenGEHEN, die Hitze, das ganz und gar unbekannte Land, die Po-Ebene. Ich rechne mit etwa 8 Tagen, bis ich am eigentlichen Camino Assisi bin.

In Forli wird meine Frau Gerline dazustossen. Das freut mich ganz besonders. Wir haben immer alle Dinge miteinander besprochen, entschieden, uns den Herausforderungen gestellt und dann gemeinsam getragen. Gemeinsam wollen wir uns auf dieser Strecke fùr das Neue òffnen. Wir wissen nicht, was kommen wird, aber wir kònnen uns einùben im Wie wir es annehmen werden.

So wie es ausschaut, werden wir rund um den 22. bis 24. September am Ziel Assisi ankommen. Aber darùber werde ich euch ja bei Gelegenheit wieder informieren.

Leider sind alle PCs, die ich bedienen darf, ohne USB und so bringe ich keine Fotos in den Blog.

Jede Menge Leute in Venedig

Rialto mit Steiningers und Breitwiesers

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Kommentar

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Kommentar von fkaineder am 2. September 2009 um 6:52pm
Ja, es war ein kleines Wunder, dass wir einander in Venedig gefunden haben.
Danke fùr das Foto, das du hereingestellt hast.
So ist es: Aufrecht gehen wir weiter, als Oberòsterreicher und Linzer auf dem Weg

ferdl
Kommentar von Fredi Steininger am 1. September 2009 um 8:59pm
Lieber Ferdl,
deine Pilgerreise haben wir von Beginn an via Blog verfolgt. Wir bewundern deine Ausdauer und Konsequenz, mit der du unterwegs bist und uns mitgehen lässt. Als wir selber in den Urlaub nach Italien (per Auto und Wohnwagen) aufgebrochen sind, haben wir gesagt, wäre doch cool, wenn wir den Ferdl treffen und ihn ein Stück begleiten könnten. Nun ist unser Urlaub zu Ende und wir können es immer noch nicht ganz fassen, dass wir uns in Venedig inmitten von Tausenden Touristen auch tatsächlich begegnet sind. Kein Mensch würde sich so einen Treffpunkt bewusst ausmachen. Die Gefahr, unerkannt aneinander vorbeizugehen ist bei diesen Menschenmassen zu groß.

Nach unserem Abschied auf der Rialtobrücke erschien uns die Begegnung fast wie ein Traum. Du bist wieder in den Menschenmassen verschwunden und deinen Weg weitergegangen. Aber zum Glück haben wir ein Erinnerungsfoto gemacht...

Mit einer Erleichterung sehen wir diese Begegnung im Nachhinein: Du lässt dich nicht so leicht von deinem Weg abbringen und gehst frohen Mutes in die Zukunft. Das hat Vorbildwirkung für viele!

Du hättest gute Gründe, deine Talente nun ausserhalb der Kirche einzusetzen. Klar ist aber auch, dass du uns fehlen würdest.

Für mich (Fredi) war diese Begegnung kein Zufall. Sie bestärkt mich, noch intensiver für eine offene Kirche einzutreten, in der jede und jeder seinen Platz finden kann.

Alles Gute auf dem weiteren Weg nach Assisi (du bist ja schneller als dein Zeitplan) lauf also nicht zu schnell, sonst läufst du an Assisi vorbei und landest in Rom...

Fredi und Judith Steininger
Schöne Grüße auch von unseren Kindern Martin, Andreas und Tobias.

Notizen

Einstieg ins Pilgern

Erstellt von Pilgerbegleiter 14. Nov 2008 at 12:06. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Benediktweg

Erstellt von Michaela 8. Mai 2009 at 9:41. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Spirituelle WegbegleiterInnen

Erstellt von Christine Dittlbacher 22. Feb 2011 at 10:02. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Jun 2014.

Begleiter auf dem Weg

Erstellt von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011 at 15:40. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011.

Aktuell

Erstellt von Pilgerbegleiter 25. Aug 2008 at 12:38. Zuletzt aktualisiert von Webmaster 28. Jun 2010.

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