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Stuttgart: Ausstellung über "Frühchristliche Pilgerwege"

"Frühchristliche Pilgerwege ins Heilige Land" heißt der Titel einer Ausstellung und eines wissenschaftlichen
Symposiums an der Stuttgarter Universität. Die Hochschule will damit "mehr Licht in ein bislang kaum ausgeleuchtetes Kapitel von Wirtschafts- und Kirchengeschichte" bringen.

Die Ausstellungsmacher gehen der Frage nach, warum das Pilgern in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten fast keine Rolle spielen konnte und erst unter Kaiser Konstantin dem Großen (306-337) die ersten Christen ins Heilige Land reisten. Nachvollziehbar wird auch, welche logistischen Möglichkeiten bestanden, um ins Heilige Land zu
gelangen. Die Tafel-Schau setzt sich zudem mit den ersten Pilgerberichten auseinander und beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung der Reisen für die Menschen im Heiligen Land.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine sieben Meter lange und 30 Zentimeter hohe Nachbildung der "Tabula Peutingeriana". Die heute nicht mehr ursprünglich erhaltene Karte aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts zeigt das Straßennetz im Römischen Reich von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis
nach Indien. Karten dieser Art ermöglichten damals den Pilgern die Planung ihrer Tour. Die Schau zeichnet aber nicht nur die Pilgerwege der ersten Wallfahrer nach, sondern lässt auch deren Reiseberichte zu Wort kommen.

Die Rolle von Kaiser Konstantin wird herausgearbeitet. Mit großem Finanzaufwand habe er das Heilige Land "mit Kirchen übersät" und so erst Reiseziele geschaffen. Die staatliche Anerkennung habe den Christen den Freiraum gegeben, den öffentlichen Raum mit heiligen Symbolen auszustatten.

Je nach Geldbeutel reisten Pilger auf Handelsschiffen oder zogen zu Fuß, zu Pferd oder mit dem "Cursus publicus", dem römischen Postdienst, ins Heilige Land. In Palästina lösten die Touristen einen Wirtschaftsboom aus. Die Reisenden brauchten Herbergen, Pferdeschmieden, Krankenhäuser usw. Beliebt waren schon damals Mitbringsel. Bereits im 4. Jahrhundert muss es Bedenken gegeben haben, die Pilger könnten den Ölberg abtragen. Die Einheimischen sorgten für Abhilfe: Sie schufen aus kleinen Portionen heiliger Erde Terrakotta-Medaillons und stellten kleine Flaschen für heiliges Wasser her - die ersten christlichen Devotionalien.

Offiziell eröffnet wird die Schau am Dienstag. An diesem Tag ist auch das Symposion geplant. Es will aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven den Bogen von den ersten Wallfahrern bis zu den heutigen Pilgerreisen schlagen. Veranstalter sind das Fachgebiet Evangelische Theologie und das Archiv der Universität
Hohenheim.

Die Ausstellung im Museum der Universität Hohenheim ist bis 27. September geöffnet.


Quelle: KAP, 23.05.2009

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Notizen

Einstieg ins Pilgern

Erstellt von Pilgerbegleiter 14. Nov 2008 at 12:06. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Benediktweg

Erstellt von Michaela 8. Mai 2009 at 9:41. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Spirituelle WegbegleiterInnen

Erstellt von Christine Dittlbacher 22. Feb 2011 at 10:02. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Jun 2014.

Begleiter auf dem Weg

Erstellt von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011 at 15:40. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011.

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Erstellt von Pilgerbegleiter 25. Aug 2008 at 12:38. Zuletzt aktualisiert von Webmaster 28. Jun 2010.

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