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Ein italienisches Kleinwörterbuch muss her (16. Tag)

Nach dem Frühstück mit Peter (Pfarrer) breche ist ins Einkaufszentrum am Rande der Stadt auf. Fussbalsam, Gummipads für die Stöcke, Zahnpasta und ein Kleinwörterbuch für Italienisch. Ich soll mich ja auch verständlich machen. Wenn ich einen italienischen Text lese, dann bekomme ich mit worums geht. Aber reden....Na ja, so viele Italiener sind nicht ins Mühlviertel gekommen und der Mühlviertler war auch nur ein paar Mal in Italien. Dafür habe ich Latein (ist ja ganz hilfreich) und Altgriechisch (was ist das) lernen müssen, Leider leben diese Leute alle nicht mehr.

Gut eingekauft gehts weiter durch den Kurpark, hinüber nach Oberfederaun, durch die Autobahn durch, über die Drau drüber, durch den Verschubbahnhof Fürnitz drunter und dann hinauf nach Kopitsch und hinüber nach Tschau. Dort endet der 09-er Weitwanderweg vom Sternstein durch ganz Österreich. Ich genehmige mir ein gute Kärntner Jause in dem Wissen, dass das der Körper jetzt eigentlich gar nicht braucht. Mit dem Wirt plaudere ich angeregt über die Strecke und dass sie eigentlich ganz wenig Leute gehen. Es sind bis hierher ca. 430 km. Die erste Etappe ist damit abgeschlossen.

Um 14 Uhr gehts weiter nach Arnoldstein ( 2 Stunden). Frau Gerti hat im Internet gestern wirklich zufällig diesen Blog entdeckt (sie hat ein Pilgerbuch gesucht) und gesehen, dass ich gerade in dieser Zeit unterwegs bin. Sie hat mich angerufen und sie nimmt mich für zwei Tage auf, weil ich morgen 15. August das Fest "Maria Himmelfahrt" hier in Arnoldstein mitfeiere.

Auf dem PC von ihr und den beiden Söhnen schreibe ich auch diese Zeilen. Der FotoUpload funktioniert aber nicht. So lade ich ein, sich selber ein Bild zu machen:

Das Schild "Weitwanderweg 09 Salzsteig" mit dem Zusatz "Anfang und Ende" unter der Hausnummer "Tschau 1".

Ein Berg, davor die Autobahn, der Zug darunter und ich auf der Brücke über die Drau (mich sieht man nicht, nur die Brücke und die Drau).

Ich danke allen von ganzem Herzen, die mich bis hierher begleitet und "getragen" haben.
Immer wieder fragt jemand über SMS, wie es meinen Füssen geht. Ich kann nur sagen: Wenn Pilgern das Beten mit den Füssen ist, dann kommen meine Füsse sicher in den Himmel, weil sie ohne Murren, Blasen oder sonstige Ablenkungen bei der Sache sind. Ehrlich: Es GEHT wunderbar.

Mental habe ich mich ab heute auf Italien eingestellt. Es wird gar nicht so einfach, das Vater- bzw. Mutterland zu verlassen. Die Sprache, das Essen, die Gewohnheiten, die Übernachtungsmöglichkeiten, das GEHEN hauptsächlich auf Asphalt,... Aber ich bin wirklich zuversichtlich, dass es gut weitergeht.

Wenn ich in eine Kirche komme, dann bete ich immer den "Zufallspsalm". Es sind gute Ermutigungen und Impulse zum GEHEN.

Wieder neu erlebbar ist auch der Ausspruch auf einem Stein in Vorarlberg auf einer Annakapelle: Gott geht alle Wege mit. Danke.

Ich werde noch einige Telefonate führen und das Handy eingeschaltet lassen. Es sind noch die günstigen Österreichtarife. Längeres Telefonieren hat am Sonntag dann auch sein Ende. Außerdem weiß ich nicht, wie ich das mit dem Internet in Italien schaffe. Bitte um etwas Geduld. Das kann schon mal eine Woche dauern.


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Kommentar

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Kommentar von Josef Hochgerner am 18. August 2009 um 10:42am
Lieber Ferdl, danke für deine Beiträge im Blog - open source ist nicht zu stoppen - und es gibt viele die mit uns denken, fühlen, beten und arbeiten, auch wenn (vermutlich niemals) die Angst auf dieser Welt ihr Bleiberecht behauptet. Alles Gute und Gottes Segen für deinen Start in den italienischen Abschnitt deines Weges! Josef
Kommentar von Martha Furtlehner am 15. August 2009 um 8:05am
Lieber Hr. Kaineder,

herzlichen Dank für die anschaulichen Beschreibungen Ihrer Eindrücke auf der Pilgerreise nach Assisi. Sie verleiten dadurch zum MITGEHEN und MITDENKEN! Grenzen überschreiten ist in der heutigen Gesellschaft ja oft verpönt. Schlimmer noch ... Schweigen wäre erwünscht ... !!! Danke, dass Sie gegen den Strom schwimmen und nicht schweigen! Christ-Sein bedeutet dort zu blühen, wo Gott uns gesät hat!

Gott segne Sie!

Martha Furtlehner

Notizen

Einstieg ins Pilgern

Erstellt von Pilgerbegleiter 14. Nov 2008 at 12:06. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Benediktweg

Erstellt von Michaela 8. Mai 2009 at 9:41. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Apr 2016.

Spirituelle WegbegleiterInnen

Erstellt von Christine Dittlbacher 22. Feb 2011 at 10:02. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 11. Jun 2014.

Begleiter auf dem Weg

Erstellt von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011 at 15:40. Zuletzt aktualisiert von Christine Dittlbacher 1. Apr 2011.

Aktuell

Erstellt von Pilgerbegleiter 25. Aug 2008 at 12:38. Zuletzt aktualisiert von Webmaster 28. Jun 2010.

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